Ein 25-jähriger polizeibekannter Fahrraddieb aus Krefeld narrt mit einer dreisten Masche Polizei und Staatsanwaltschaft. Vor ca. 3 Wochen schlug der offensichtlich juristisch versierte Mann das erste Mal zu. Er nutzt immer denselben Trick: „Der Täter betritt das Geschäft und gibt sich als vermeintlicher Kunde aus“, berichtet ein Polizeisprecher. „Er zeigt Interesse an einem neuen, meist hochwertigen Fahrrad und bittet um eine Probefahrt.“ Als Pfand hinterlässt der Mann seinen Ausweis oder eine Bankkarte.

Von der vermeintlichen Probefahrt kehrt der Mann nicht zurück. Wenn der Fahrradhändler Anzeige wegen Diebstahls stellt, muss er das Pfand bei der Polizei abgeben. Und die ist gezwungen, es dem Täter wieder auszuhändigen. „Das ist bis jetzt viermal passiert“, berichtet der Polizeisprecher.

Der Dieb nutzt für seine Masche die Gesetze. „Uns sind die Hände gebunden“, erklärt der Leitende Oberstaatsanwalt Hans-Dieter Menden. „Wir dürfen den Ausweis nicht beschlagnahmen.“ Einen Haftbefehl könne die Staatsanwaltschaft nicht erlassen. „Es gibt einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr. Die ist aber in dem Fall nicht gegeben – der Mann hat einen festen Wohnsitz in Krefeld.“ Ein anderer möglicher Grund für einen Haftbefehl sei zwar Wiederholungsgefahr, „aber da muss eine besonders schwerwiegende Tat zu erwarten sein, die mit einer Mindeststrafe von einem Jahr geahndet wird“, erklärt Menden. Die Polizei hatte zwischenzeitlich überlegt, die Fahrradgeschäfte mit einem Foto des 25-Jährigen zu warnen. „Aber diese Verletzung der Persönlichkeitsrechte erlaubt ein Richter nur, wenn es um schwerwiegende Taten geht.“

Zuletzt schlug der Täter am Montag in einem Fahrradgeschäft am Bockumer Platz zu. Der Inhaber erstattete Anzeige. Seinen Ausweis hat der 25-Jährige bereits zurück.

Quelle: RP-Online

Wir haben in Deutschland echt eine bekloppte Rechtslage.

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