Roy Bayfield, Marketingschef der Universität Edge Hill im Liverpooler Vorort Ormskirk, machte zusammen mit einem Kollegen im Internet eine verblüffende Entdeckung: Weniger als 5 Kilometer von Ormskirk entfernt, zeigte Google Maps den Ort Argleton an. Doch hatte Bayfielt noch nie von der Ortschaft gehört und auch die Satellitenbild-Anzeige bei Google Maps zeigt nur eine leere Wiese. Also entschloss sich Bayfield zu einem persönlichen Augenschein und fand seine Zweifel bestätigt: Argleton gibt es nicht.

Die Listung bei Google Maps hat Argleton trotzdem im Internet bereits zu einem handfesten Faktum gemacht. So können im Web Bilder von Häusern in „Argleton“ betrachtet werden, Geschäftsadressen und sogar Stellenanzeigen angezeigt werden.Die englische Tageszeitung Telegraph rätselte nun: Handelt es sich um einen Kartenfehler oder um eine bewusste Fälschung? Als mögliche Erklärung für eine Fälschung wird das Schutzbedürfnis der Kartenanbieter gegenüber Urheberrechtsverletzungen angeführt. So ist es unter Kartographen und Navigationsanbietern üblich, kleine Fehler in das Kartenmaterial einzubauen, um mögliche unauthorisierte Kopien später leichter nachweisen zu können. Im Englischen werden die Anti-Piraterie-Fälschungen „trap streets“ genannt – von der Fälschung einer ganzen Stadt wurde bisher allerdings noch nichts bekannt.

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