6.30 Uhr: Zeit für den Nerd, aufzustehen. Da spätabendliche Aktivitäten nie auf seinem Programm stehen, hat der typische Nerd sämtliche „Mitternachts- Vorstellungen“ in der Uni gebucht, bei der er angenehmerweise auch nur mit seinen Artgenossen konfrontiert ist. Auf dem Weg zum Bad wird der Rechner eingeschaltet, wenn er überhaupt über Nacht aus war.

Männliche Nerds pinkeln selbstverständlich im stehen, denn es gibt keine Frauen, die sich über Urinspritzer auf dem Rand ärgern könnten. Weibliche Nerds ignorieren hartnäckig sämtliche Schminkutensilien und Anti-Pickel-Cremes, setzen sich dafür aber immer hin 😀 Zurück im eigenen Zimmer werden erst mal alle zwei Dutzend EMail-Addis gecheckt, sollte keine Post ankommen wird aus Verwunderung gleich noch mal abgefragt. Nerds erhalten übrigens ausschließlich Kettenmails von Artgenossen oder abonierte Newsletter von einschlägigen Nerd-Seiten, nie private Post.

8.00 Uhr:

Der Vorlesungsraum. Der Nerd sitzt natürlich in der ersten Reihe. Ganz nahe beim Prof, damit er sich an dessen Rockzipfel festhalten und ständig nerdige Fragen stellen kann. Von hinten mit Papierkügelchen oder Schlimmerem beworfen harrt er bis zum Ende der Stunde aus, um danach stolz auf seine zehn Seiten Notizen zu blicken, die er fein säuberlich mit Lineal unterstrichen und in mindestens drei verschiedenen Farben angefertigt hat. Der Prof kennt den Nerd schon und versucht am Ende des Blocks geschwind aus dem Raum zu huschen, doch zu spät: wieder einmal war der Nerd schneller und wartet an der Tür. Schmachtend enthüllt er der Lehrkraft nun sein umfangreiches Wissen unter dem Vorwand, dass ihm noch etwas ein wenig unklar sei und lässt bis zum Ende der Pause nicht mehr von seinem Opfer.

12.00 Uhr:

Zeit für die Mensa – der Nerd weiß genau was er will. Salate lässt er ebenso links liegen wie Gemüse oder gar vegetarisches Essen. Stattdessen zieht es ihn in Richtung „Zurri Schranke“ (für alle Nicht-Nerds: das is‘ ne Currywurst mit Pommes rot-weiß, also Majo&Ketchup) mit irgendeiner Süßspeise hintendran. Im Essraum verkriecht sich unser Nerd gewohnheitsmäßig in eine kleine Ecke, in der er vor einsamen Individuen des anderen Geschlechts sicher ist. Geschwind ist die c’t aus dem Grundschulrucksack gezogen und nun wird abwechselnd geschlemmt und gelesen.

16.00 Uhr:

Die Uni ist für heute vorbei und andere Kommilitonen gehen mal wieder einen saufen im Biergarten nebenan. Nicht unser kleiner Nerd, der schon unter Entzugserscheinungen leidet, da er seid halb acht morgens nicht mehr vor seinem Compi saß. Also lieber flink nach Hause und erst mal den AB abhören…“Anzahl Ihrer Nachrichten: NULL!“ Verdammt…naja, was solls, seine richtig guten Freunde kennen eh nur seine @-Adresse.

18.00 Uhr:

Zur Aufzeichnung von Star Treck:TNG mümmelt unser Nerd Kekse und Gummibärchen in sich rein, die die Talgdrüsen unter der Haut seines Gesichts zur Produktion anregen. Der Nerd ist von seinen Pickeln zwar nicht begeistert, aber wirklich stören tun sie ihn nicht. Anschließend gehts wieder vor den Rechner. Sein ganzes Gbyte Hauptspeicher ermöglicht es dem Nerd, pures Multitasking zu betreiben und neben dem Online- Rollenspiel weitere Applikationen am laufen zu halten. Während er also im Netz nach neuen Karriere-Details vom irgendwie doch niedlichen Bill Gates stöbert und sein ICQ ein ums andere Mal „kuckuk“ ruft, klingelt tatsächlich das Telefon. Mit zitternden Händen und schweißgebadet nimmt der Nerd vorsichtig ab…wer könnte DAS sein? Zu seiner Erleichterung ist es nur ein anderer Nerd, der sich in guter Gesellschaft die Knoff-Hoff-Show angucken möchte.

(Quelle: Externer Linkhttp://www1.tfh-berlin.de/~s708793/Nerds/alltag.html)

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