Nordrhein-Westfalen geht neue Wege in der Bekämpfung der Computerkriminalität. Die Polizei setzt konzentriert Spezialisten ein, um die Internet-Täter aufzuspüren. „Computer und Internet entwickeln sich zunehmend zu einem Forum für Straftäter. Nicht nur für die Präsentation von extremistischer Propaganda oder Kinderpornografie wird das weltweite Netz benutzt, sondern auch für Geldwäsche oder Erpressungen“, erklärte Innenminister Dr. Fritz Behrens heute (27.10.) in Düsseldorf.

Der Minister nannte folgende Schwerpunkte des erfolgversprechenden Konzepts: Der technische und kriminalistische Sachverstand wird in jeder Polizeibehörde ge-bündelt, zur Bekämpfung der PC-Kriminalität werden in großen Polizeibehörden spe-zielle Kommissariate gebildet. Sechs dezentrale polizeiliche Informations- und Servicecenter und eine zentrale Stelle beim Landeskriminalamt werden neu eingerichtet. „Durch diese neue Organisation haben wir ein dichtes Netzwerk von sachverständi-gen Ermittlern. Das wird unsere Schlagkraft gegen die Computerkriminalität erhöhen“, hob Behrens die Vorteile hervor.

Das notwendige IT-Fachwissen im Kampf gegen PC-Kriminalität wird zukünftig unmittelbar in der kriminalpolizeilichen Sachbearbeitung verankert. „Kriminalisten und Computerfachleute arbeiten eng zusammen,um gezielt gegen diese Art von Straftätern vorzugehen“, betonte Behrens. So sollen in jeder Polizeibehörde Experten Daten und Datenträger sichern oder zum Beispiel IP-Adressen (Rechnerkennungen)zurückverfolgen. In größeren Polizeibehörden, wie z. B. in Bielefeld und Düsseldorf wurden bereits eigene Kommissariate zur Bekämpfung der Computerkriminalität gebildet, in denen Ermittler und Techniker unmittelbar zusammenarbeiten. Bisher waren sie in zwei unterschiedlichen Abteilungen angesiedelt. Weitere Polizeibehörden sollen folgen.

Zusätzlich dazu wird es in Kommissariaten bei den sechs Großpräsidien in Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster“Dezentrale Informations- und Servicecenter Computerkriminalität“ (DISC) geben. Sie sollen unter anderem Infor-mationen zwischen den einzelnen Ermittlungsstellen austauschen sowie beraten und unterstützen. Landesweite Koordinierungsstelle ist das Ende September eingerichtete „Zentrale Informations- und Servicecenter“ (ZISC) beim Landeskriminalamt in Düsseldorf. Hier werden u.a. spezielle polizeiliche Lagebilder zur PC-Kriminalität erstellt, rechtliche, technische und kriminalistische Probleme analysiert und Kontakte zur Bundesebene hergestellt.

Die polizeilichen Ermittler werden mit moderner Hardware ausgestattet, die regelmäßig an den neuesten technischen Stand angepasste wird. Dadurch wird dafür gesorgt, dass die Polizei den Tätern technisch ebenbürtig ist. Zudem bereitet das Bildungszentrum der Polizei in Neuss die zuständigen Beamten mit einem umfangreichen Fortbildungsprogramm optimal vor. „So können wir es mit den Straftätern an Computer und im Netz aufnehmen“, erklärte Behrens abschließend.

Stichwort Computerkriminalität:

Computerkriminalität umfasst verschiedene Delikte wie das Ausspähen von Daten, Computerbetrug, Datenveränderung, Computersabotage, private und gewerbsmäßige Softwarepiraterie, Betrug mit Debitkarten und Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten. Im Jahr 2002 hat die nordrhein-westfälische Polizei 3.306 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 96 Kinder unter 14 Jahren und 473 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Quelle: Rundbrief des Innenminsiteriums NRW
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