Mehr als 2,5 Jahre hat nun der Streit gedauert ,bis ich endlich einen meiner ältesten Mahn-Inkasso-Gericht-Zwangsvollstreckung-Fälle schließen konnte. Zwar hatte ich bereits im September 2007 Freudensprünge über das Versäumnisurteil gegen den Schuldner (eine Firma aus Darmstadt) gemacht, aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Schuldner legte nachdem Ihm das Urteil zugestellt wurde, einen Wiederspruch ein. Beim zweiten Verhandlungstag im Mai diesen Jahres, wurde das Versäumnisurteil aufrecht erhalten und ich hatte somit ein vollstreckbares Urteil. Die Zwangsvollstreckung über ~ 1,6k EUR hat sich noch bis Ende November 2008 hingezogen, aber der Gerichtsvollzieher war nun im zweiten Anlauf erfolgreich.

Insgesamt ist das aber nur ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein. Mit den Titel die ich gegen einige Schuldner erwirkt habe, kann ich eine kleine Wand tapezieren. Von den noch offenen gerichtlichen Mahnverfahren oder Insolvenzverfahren will ich garnicht reden. Oft sind es nicht große Summen, zwischen 10,- € und 100,- € die Kunden nicht bezahlen, aber die zusätzlichen Kosten für den Schuldner sind dann oft mehr als das Dreifache. Zum Glück halten sich die Kosten für Vorauslagen dank der Mitgliedschaft in der Creditreform und dem Vertragsanwalt in Grenzen. Besonders dreist finde ich Menschen, die bewust etwas bestellen und wissen das Sie nicht zahlen können. Fast immer haben solche Schuldner bereits die Eidesstattliche Versicherung abgegeben. Ich habe derzeit einen Schulder, der befindet sich seit zwei Jahren in der Privatinsolvenz und muss jeden Tag damit rechnen das der Gerichtsvollzieher wegen einer Forderung von mir bei ihm vorbei kommt. Wie eiskalt muss man da sein ?! Ob die Leute nicht wissen das sie sich wegen vorsätzlichem Betrug bzw. Eingehungsbetruges strafbar gemacht haben? Wie blöd muss man sein, das Privatinsolvenzverfahren zu riskieren? Will man nun von den Schulden runter oder nicht? Ein anderer Fall: Männlicher Schuldner, 25 Jahre alt, Eidesstattliche Versicherung abgegeben, hat bei mir ~ 300,- € Schulden. Die Kosten für den gerichtlichen Mahnbescheid usw. sind nicht mit eingerechnet. Im Mai 2008 kontaktiert mich die Sachbearbeiterin meiner Anzeige gegen den Schuldner. Sie erzählt mir das der Beschuldigte kaufsüchtig ist und gerne eine Ratenzahlung machen würde. Ich bin ja kein Unmensch und einigte mich mit dem Schuldner auf eine monatliche Rate von 30,- €. Ich war froh das jemand zu seinem Bockmist steht und die Kommunikation mit seinem Gläubiger sucht. Tja, leider wurde direkt die erste Rate nicht bezahlt und sämtliche Kontaktversuche von meiner Seite waren fruchtlos.

Das einzige Mittel gegen Zahlungsausfälle sind Bonitätsauskünfte. Aber solch eine Abfrage macht man ja auch nicht bei jeden Neukunden, besonders nicht wenn er einen seriösen Eindruck macht. Alternativ wäre noch die Vorkasse, aber damit scheint man in Deutschland ein Problem zu haben.

2 Kommentare

  1. 1

    Einerseits Glückwunsch, aber auch Beileid dass du soviel Ärger damit hast 🙁

  2. 2

    Danke Kim. Aber sowas nennt man Unternehmerisches Risiko und einen 100% Schutz gibt es nicht. Oft zahlen die Kunden die ersten beiden Rechnungen und kommen dann in Zahlungsverzug.

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