Gegen kurz vor acht hat es in Mönchengladbach einen Zwischenfall in einer Brandmeldeanlage gegegeben. Bei einer Lack- und Chemiefirma am Klosterhofweg 64 in Güdderath ist CO2 aus der Feuerlöschanlage ausgetreten. Der gesamte Stadtteil Güdderath und Wickrathberg (teilweise) wurde gesperrt. Alle Anwohner wurden gebeten, ihre Fenster geschlossen zu halten und sich in den oberen Stockwerken ihrer Häuser aufzuhalten.

Zuerst hab es Meldungen von drei Todesopfern, diese haben sich zum Glück nicht bestätigt. Wie die Polizei meldet, gibt es keine Todesopfer gegeben hat, dafür aber drei schwer Bewusstlose und 25 Verletzte. Wie es zu dem CO2-Ausstoß kommen konnte, ist bisher noch nicht klar.

Im Umfeld der Unglücksstelle liegt nun eine große CO2-Wolke in der Luft. Derzeit erfolgen Luftmessungen und es wird beobachtet ob die Wolke sich auflöst oder wegzieht.

In den nächsten Minuten wird erneut ein Hubschrauber über den Bereich fliegen und die Bewohner warnen, die Häuser nicht zu verlassen und obere Stockwerke aufzusuchen, da CO2 schwerer ist als Luft.

Die Wolke ist nicht giftig, verursacht aber Atemwegbeschwerden. Die AS-Güdderath der A61 ist bis mind. 12 Uhr in beide Richtungen gesperrt.

Update 10:30 Uhr: Die Zahl der Verletzten ist inzwischen auf 50 Personen gestiegen. Rund 50 Häuser in der unmittelbaren Umgebung der Unglücksstelle sind evakuiert worden.

Update 11:00 Uhr: Die Zahl der Verletzten ist weiter gestiegen. Nach derzeitigen Informationen sind 72 Personen in ärtzlicher Behandlung wegen CO2-Vergiftungen unterschiedlichen Grades. Zehn Verletzte befinden sich im Krankenhaus.

Kohlendioxid ist nicht giftig, aber das farb- und geruchlose Gas verdrängt Sauerstoff. Dadurch können Menschen und Tieren ersticken. Die Lage am Einsatzort wird durch eine ungünstige Witterung erschwert. Um den Unfall-Betrieb herrscht fast Windstille, somit wird das Gas kaum verdünnt.

Update 11:15 Uhr: Von den Rettungskräften wurde mind. ein Hubschrauber, um Wind aufzuwirbeln, damit sich die Wolke auflöst. Die Angaben zur Anzahl der Hubschrauber sind nicht eindeutig.

Update 13:10 Uhr: Trotz gegenteiliger Aussage am Vormittag ist die Zahl der Verletzten doch weiter angegestiegen. Inzwischen sind 104 Verletzte gezählt worden. 16 von ihnen mussten schwer verletzt in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Polizei hat einen Bereich von etwa 2 Kilometern um den Betrieb voll gesperrt. Rettungskräfte haben über 150 Anwohner aus ihren Wohnungen evakuiert. Die Ausfahrt Mönchengladbach-Güdderath der A61 ist auch weiterhin gesperrt. Ebenfalls die angrenzende Bahnstrecke. Die Regionalbahn von Köln nach Mönchengladbach verkehrt derzeit nicht.

Update 14:30 Uhr: Inzwischen findet man weitere Meldungen im Netz:

Mind. zwei Hubschrauber umkreisen das Gebiet. Sie versuchen mit ihren Rotorblättern die Luft zu verwirbeln und dadurch die CO2-Wolke aufzulösen. Inzwischen sind auch weitere Informationen zur Unglücksursache bekannt geworden. Um sechs Uhr morgens hat es in einer Lackfabrik gebrannt. Währed der Löscharbeiten ist eine Löschanlage Leck geschlagen. Hierbei wurde CO2 freigesetzt. Mehrere Feuerwehrmänner, Polizeibeamte und Angestellte wurden dadurch Bewusstlos.

Mehr als 300 Feuerwehrleute und 100 Polizisten waren bzw. sind immer noch im Einsatz. Eine Anwohnerin erzählte das Ihr Auto nicht mehr funktionierte. Zum Verbrennen des Benzin benötigt der Motor Luft. Die bodennahe Luft wurde aber durch das schwerere CO2 verdrängt.

Ab Nachmittag ist geplant das die Rettungskräfte mit Gebläsen von Haus zu Haus gehen, um auch dort die Reste des Gases zu verwirbeln. Vor allem in den Kellern werden höhere Konzentrationen vermutet. Erst wenn diese entfernt seien, können die Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Inzwischen häufen sich die Aussagen, dass die drei schwer Bewusstlosen wiederbelebt werden mußten. Eine Pressemeldung der Feuerwehr Mönchengladbach ist nun auch online.

Update 16:30 Uhr: Die Hubschrauber haben die Gaswolke erfolgreich aufgelöst. Die Polizei hat inzwischen Entwarnung gegeben und das Sperrgebiet darf wieder betreten werden. Auch die ersten Anwohner durften zurück in ihre Wohnungen. NZZ Online berichtet inzwischen auch über den Unfall.

Update 17:10 Uhr: Der WDR hat vorhin eine knapp 30 minütige Sondersendung ausgestrahlt.

Update 19:58 Uhr: Auf n-tv.de, und Focus Online findet man nun auch Berichte über den Unfall. In der „Aktuellen Stunde“ und „Lokalzeit Düsseldorf“ (beides WDR TV) wurde gerade ebenfalls noch einmal ausführlich berichtet.

Update 17.08.2008: Bei der FAZ gibt es Online auch einen Artikel und ein kurzes Video.

3 Kommentare

  1. 1

    […] 14:08: hier sind genauere Infos. Das Ganze in Güdderath. Wenn ihr Infos oder Links habt, gerne in die Kommentare Kategorie: […]

  2. 2

    Haben das mit dem unfall selbst erst aus dem Radio mitbekommen hieß ja jeder wird aufgeklärt und überall wird gemessen sprich es wird frische Luft in die Häuser geblasen wovon ich allerdings sowie meine Nachbarn die hier auch in Güdderath wohnen nichts mitbekommen haben. eine Straße weiter hatte man gemessen aber hier wo die einwohnerstraße hochgeht beim Kindergarten nichts…höchstens beim Bäcker an der Ecke.
    Würde echt gern wissen was mit den Leuten los ist, machen im Fernsehn so ne riesen Sache draus aber in Wirklichkeit muss der kleine Mann noch selbst auf sich achten. Hab hier genauso zwei Kinder und hätte es echt klasse gefunden wenn man auch hier ein wenig unterstützt worden wäre.
    Mit allen Angehörigen ist zum Glück alles in Ordnung, Kinder sind wohl auf und meinem Mann und mir gehts auch gut.
    Finde es echt mies, hier hätte ja genauso was passieren können…naja deutscher staat eben….

    ne entsetzte mitbewohnerin…

  3. 3
    Harald Molder

    Auch hier in Duisburg und im gesamten Rheinland kämpfen die Menschen seit über einem Jahr gegen die geplante CO Gas Leitung quer durch die Wohngebiete. Es wäre nett, wenn wir einen Telefon Kontakt zu den Betroffenen nach Mönchengladbach genannt bekommen könnten. Per mail bitte an :

    haraldmolder@hotmail.com

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