Diese Artikelreihe befasst sich mit dem aktuellen Debian GNU/Linux Release 6.0.2 „squeeze“ und den darin enthaltenen Paketen. Es wird erklärt wie man die Hochverfügbarkeit (englisch High Availability) eines Webserver unter IPv4 und IPv6 mittels keepalived und ipvsadm realisiert. Die Lastverteilung (englisch load balancing), also die Zuweisung von Anfragen erfolgt an mehrere Server.

 

Was bedeutet Hochverfügbarkeit?

Von der modernen Informationstechnik wird erwartet, dass alle Dienste immer verfügbar sind. So will z.B. ein Onlineshop-Betreiber seine Ware stets 24 Stunden am Tag im Internet anbieten, oder der zentrale Mailserver der Firma muss ebenfalls weltweit zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sein. Hochverfügbarkeit (englisch High Availability) bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, trotz Ausfall einer seiner Komponenten mit einer hohen Wahrscheinlichkeit (oft 99,99 % oder besser) einen ununterbrochenen Betrieb zu gewährleisten.

Folge 41 des Heldenfunks ist ein perfekter Einstieg in das Thema Hochverfügbarkeit.

 

Vorbereitung der Nodes

Die beiden Cluster-Nodes in diesem Artikel heißen „lb01“ und „lb02“. Als Basis dient auf beiden Nodes ein Debian „squeeze“ mit Minimalinstallation. Leider sind die in squeeze enthaltenen Pakete von keepalived und ipvsadm etwas veraltet.

keepalived ist erst seit Version 1.2.2 „IPv6 Ready„. Squeeze enthält noch Version 1.1.20. In „wheezy“ (Testing) wird aber schon Version 1.2.2 bereitgestellt.

Die in „squeeze“ bereitgestellt Version 1.25 von ipvsadm hat einen extrem dämlichen Bug. Man kann sich keine aktiven Verbindungen anzeigen lassen und wird somit nicht eindeutig über den aktuellen Status informiert. Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit aus ipvsadm Version 1.26 einen entsprechenden Backport gebaut.

Damit diese Pakete bequem per APT installiert werden können, müssen zwei neue Paketquellen hinzugefügt werden:

1. Die Datei  „/etc/apt/sources.list“ im Lieblingseditor öffnen und folgendes einfügen.

deb http://apt.docx.org/debian/ squeeze-backports main
deb http://ftp2.de.debian.org/debian/ wheezy main
deb http://security.debian.org/ wheezy/updates main non-free

2. Den erforderlichen GnuPG Schlüssel hinzufügen.

cd /tmp && wget http://apt.docx.org/docx.repository.key && apt-key add docx.repository.key && rm docx.repository.key

3. Sämtliche Paketquellen neu einlesen.

apt-get update

Nun können die entsprechen Softwarepakete von keepalived und ipvsadm installiert werden:

apt-get install -t wheezy keepalived
apt-get install ipvsadm=1.26~bpo60+1

Was denkst du?


Zustimmung zur Datenspeicherung lt. DSGVO